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Standortbestimmung und Geschichte des Bildungswerks


Evangelische Erwachsenenbildung Vater Staat und Mutter Kirche

Die Evangelische Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald nahm ihre Arbeit zum 1.1.1978 auf und gehört damit zu einer der jüngsten Einrichtungen im Kanon der kirchlichen Werke. Der Anstoß zur Gründung erfolgte nicht aus eigenem Antrieb der Kirchen, sondern geht auf eine vom Gesetzgeber geschaffene Fördermöglichkeit von Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung zurück, der die Kirchen sich nicht entziehen wollten. Dennoch darf gesagt werden, dass Erwachsenenbildung immer schon ein Tätigkeitsfeld der Kirchen­gemeinden war, wie dies im Württ. Pfarrergesetz vom 3. Juni 1977 und einer Entschließung der Landes­synode vom 29.3.1971 auch zum Ausdruck kommt. Schon bald nach dem zweiten Weltkrieg gab es auch in Calw Initiativen zu einer vom Reformgeist geprägten, weitgehend kirchenhierarchie-unabhängigen evangelischen Bildungsarbeit, auf der die Arbeit des Kreisbildungswerks nach seiner Gründung aufbauen konnte.Die institutionelle Verankerung der Erwachsenenbildung in Form von Kreisbildungswerken geht in Württemberg auf den Erlass des Oberkir­chenrats vom 27. Dezember 1977 zurück. Zum Ausbau der Erwachsenenbildung haben die Kirchenbe­zirke (größtenteils durch kirchenbezirksübergreifende Gründungen von Kreisbildungswerken auf Land­kreisebene) und die Evangelische Akademie Bad Boll (Einrichtung von „Häusern der Begegnung“ u.a. Initiativen) in unterschiedlicher Weise beigetragen. Dabei wurden zwei Arbeitsansätze deutlich: 1. Evan­gelische Erwachsenenbildung ist Teil des Missionsauftrags. 2. Evangelische Erwachsenenbildung ist Teil der Gesellschaftsdiakonie. Hinzu kamen im Laufe der Jahre Einrichtungen der Familienbildung, die von einem christlichen Menschenbild ausgehen. Die Landessynode wird sich 1998 schwerpunktmäßig dem Bereich der Evangelischen Erwachsenenbildung widmen und Orientierungshilfe bei der Zieldefinition geben.Der rechtliche Rahmen für die Evangelische Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald wird bestimmt durch eine 1993 in den Kirchenbezirken verabschiedete und mit Wirkung vom 31.12.1995 durch Veröffentlichung im Amts­blatt der Landeskirche in Kraft gesetzten „Kirchenrechtliche Vereinbarung der Kirchenbezirke Calw, Nagold und Neuenbürg über die Satzung der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald“. Mitglied des Der Evangelische Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald ist seit Oktober 1996 das „Haus der Familie“, eine Einrichtung der Familienbildung im westl. Enzkreis.

Die Region - geprägt vom Versuch, Traditionen trotz Strukturveränderungen zu bewahren

Der Tätigkeitsbereich der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald umfasst geographisch den gesamten Landkreis Calw, große Bereich des (westlichen) Enzkreises, Randbereiche der Landkreise Freudenstadt und Karlsruhe. Struktu­rell ist die Region weitgehend als ländlich zu kennzeichnen mit nur zwei Mittelzentren Calw und Nagold sowie dem Unterzentrum Bad Wildbad. Der Landkreis Calw verdankt seinen geographischen Zuschnitt nach der Kreisreform dem Grundgedanken eines Bäderkreises. „Der Landkreis Calw ist nur dünn besiedelt, die Topographie ist schwierig. Er umfasst Gebiete mit strukturellen Besonderheiten durch den ausgeprägten Fremdenverkehr. Die besondere Aufgabe der Förderung der Ferienerholung, der Heilbäder und Kurorte prägten in besonderem Maße den Landkreis,“ heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfs der Landesregierung zur damaligen Kreisre­form.[1] Der überwiegende Anteil der Erwerbstätigen ist im Dienstleistungsbereich (Fremdenverkehr, Bäderkuren) beschäftigt Der Anteil an Land- und Forstwirtschaft (im Schwarzwald bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahezu ausschließliche Einkommensquelle) ist seit den fünfziger Jahren er­heblich und des produzierenden Gewerbes (insbesondere Zulieferbetriebe der Automobilfertigung) in den letzten Jahren in signifikantem Umfang zurückgegangen. Gleichzeitig ist in den Jahren nach 1988 ein überdurchschnittlicher Anstieg der Wohnbevölkerung durch Zuwanderung (insbesondere aus den neuen Bundesländern, europäischen und afrikanischen Krisenge­bieten und Aussiedler aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion) zu verzeichnen. Der Ausländeranteil ist bezogen auf das Land Baden-Württemberg mit 14 Prozent (Kreis Calw) gegenüber 12,8 Prozent (Land) überproportional hoch. Im Enzkreis liegt er bei 11,3 Prozent.[2] Das Bildungsniveau der Bevölkerung ist in der Region vergleichsweise niedriger als im Landesdurch­schnitt, von einem Trend zu höheren Bildungsabschlüssen kann keine Rede sein, stellt eine aktuelle Un­tersuchung fest.[3] Im Jahr 1933 zählte man im Raum des heutigen Landkreises 94,48 Prozent Evangelische und 5,2 Prozent Katholiken. Viele Orte waren noch ganz evangelisch. 1987 ist der Anteil der Evangelischen im Kreis Calw auf 63,9 Prozent zurückgegangen, 20,5 Prozent der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an. Die Frömmigkeit im Nordschwarzwald ist noch stark vom Pietismus geprägt. Nahezu in allen Gemein­den sind landeskirchliche Gemeinschaften vertreten, die das Erbe der pietistischen Väter hüten.[4] Traditionelle Muster von „Kirche“ und „Kirchlichkeit“ bestehen zwar weitgehend unbelastet fort, die Integration Neuzugezogener in bestehende Gruppen und Kreise der Kirchengemeinde und das Aufgreifen von Fra­gestellungen, die einem gewandelten Bildungsstand und Informations- und Orientierungsbedürfnissen entspringen, sind allgemein schwierig. Oft wird formuliert: „In der Kirche werden unsere Lebenserfah­rungen und Lebensentscheidungen, unsere Fragen und Probleme nicht ernst genommen.“[5] Diese Rahmenbedingungen sind Ausgangspunkt für Überlegungen zum Arbeitsfeld der Evangelischen Erwachsenenbildung in der Region.

Aufgabenstellungen für die Evangelische Erwachsenenbildung
- lokal, regional, überregional müssen Weichen gestellt werden

Aufgabe der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald ist insbesondere die „Unterstützung von Gremien, Gemeinden, Diensten, Werken und Gruppen, die zu einer nach Inhalt und Methode qualifizierten Bil­dungsarbeit mit Erwachsenen beitragen.“[6] Die Arbeit vollzieht sich im Zusammenwirken mit 78 Pfarr­ämtern und erstreckt sich auf 94.504 Mitglieder der Evangelischen Kirche.[7] Auf der Ebene der Kirchen­bezirke sind drei Leitungskreise für kirchliche Bildungsarbeit (jeweils 4 bis 6 Sitzungen pro Jahr) vorhan­den, die ihre Mitglieder in den (beschließenden) Ausschuss auf kirchenbezirksübergreifender Ebene ent­senden. Der (zweimal jährlich tagende) Ausschuss wählt den Vorstand.[8] Rechner der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald war seit der Gründung OFR Kurt Thüringer, Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle in Calw, und anschließend seit dem Jahr 2005 Günther Keppler, Bad Wildbad. Neben diesen Gremien gibt es ökumenische Initiativen der Bildungsarbeit mit Erwachsenen unter Ge­schäftsführung der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald in den einzelnen Kirchenbezirken. Es handelt sich um die „Nachmittagsakademie Calw“ (seit 9/88), das „Ökumenische Forum Neuenbürg“ (seit 9/96) und die „Montagsakademie Altensteig“ (seit 1/97), deren Arbeit jeweils von einem Beirat begleitet werden (jeweils 6 bis 9 Sitzungen pro Jahr). Die Geschäftsstelle ist besetzt mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer (Dienstauftrag: 100 Prozent) und einer Büroangestellten (Dienstauftrag: 50 Prozent) und im Stadtzentrum Calw im Andreähaus (Evangelisches Gemeindehaus) untergebracht. Sie ist technisch gut ausgestattet. Der Standort Calw ist nicht geographischer Mittelpunkt des Tätigkeitsbereichs. Seit 1993 werden Halbjahresprogramme herausgegeben mit Angeboten, die weitgehend gleichmäßig über die Kirchenbezirke verteilt sind. Von den angebotenen Veranstaltungen wurden mindestens 95 Prozent auch durchgeführt. (zum Vergleich: der Anteil der Volkshochschulen liegt bei etwa 80 Prozent). Das Bildungswerk ist Mitglied der „Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Württemberg“ (EAEW). Der Geschäftsführer ist Delegierter der „Landesarbeitsgemeinschaft der Evangelischen Bildungswerke“ (LageB) bei der EAEW und Mitglied der Kommission „P politische Bil­dung, Entwicklung und Ökologie“ der Deutschen Ev. Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (DEAE). Zwischen 10 und 15 Prozent des Dienstumfangs erstrecken sich dadurch auf landesweite Aufgaben. Das Bildungswerk ist Mitglied im Kreisseniorenrat Calw und wirkt dort im erweiterten Vorstand mit. Gute Querbezüge ergeben sich zu den Einrichtungen und Gremien der Diakonischen Bezirksstellen, der Frauenarbeit und der Seniorenarbeit. Insgesamt sind damit vom Geschäftsführer neben seinen pädagogischen Aufgaben derzeit rd. 50 Sitzun­gen pro Jahr vor- und nachzubereiten.

Evangelische Erwachsenenbildung im nördlichen Schwarzwald
eine Wachstumsbranche bei echt „schwäbischer“ Wirtschaftspraxis, kann sich auf die Unterstützung der Pfarrämter und Kirchengemeinden verlassen

Die Evangelische Erwachsenenbildung konnte im Bereich der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald insbesondere seit 1993 hohe Wachstumszahlen verzeichnen: gegenüber 1989 ist eine Steigerung um 375 Prozent bezüglich der Unterrichtseinheiten, um 167 Prozent bei der Zahl der Teilnehmenden und um 200 Prozent bei der Zahl der durchgeführten Veranstaltungen festzustellen. Diese Erhöhung ist nur teilweise auf eine verbes­serte statistische Erfassung der Angaben aus den einzelnen Kirchengemeinden zurückzuführen, sondern entspricht weitgehend der gestiegenen Nachfrage und einem höheren Angebot, das sich auch im Verhält­nis der Zahl der Teilnehmenden pro Veranstaltung (durchschnittlich 27 Personen pro Veranstaltung) ausdrückt. Insgesamt darf ohne Einschränkungen gesagt werden, dass die kirchliche Bildungsarbeit mit Erwachsenen im Verhältnis zu anderen Anbietern ausgesprochen gut nachgefragt ist. Dabei ist zu beob­achten, dass sich die Angebote insgesamt zwischenzeitlich etwa gleichmäßig zwischen den Kirchenbezirken verteilen.[10] Den Vergleich zu den wesentlich besser personell und finanziell ausgestatteten Volkshochschulen braucht das Evangelische Kreisbildungswerk nicht zu scheuen: Die VHS Calw konnte 1996 13.903, die VHS Oberes Nagoldtal 12.209, die VHS Oberes Enztal 6.197, das Kath. Bildungswerk Calw 1.060 Bildungseinheiten erzielen. Bezogen auf den Landkreis Calw ergibt sich somit ein Anteil von 15,44 Prozent für die Evangelische Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald für alle 1996 angebotenen Maßnahmen der Erwachsenenbildung.werden. Auch wenn es seitens des Bildungswerk nicht leistbar ist, alle Pfarrämter mit Veranstaltungen zu versorgen, so kann doch für den Zeitraum ab 1993 gesagt werden, dass mit wenigen Ausnahmen in unterschiedlicher Intensität durch Beratungsgespräche zum Einsatz von Referierenden, Mitwirkung an der Planung von Veranstaltungen und durch eigene Referententätigkeit des Geschäftsführers Ansätze der Bildungsarbeit in allen Gemeinden verstärkt werden konnten.

Themen der Evangelischen Erwachsenenbildung im Schwarzwald
religiöse und theologische Fragen werden hier besonders aufgegriffen, Politik führt kein Schattendasein, Begleitung in Kasualien (Konfirmation, Trauerarbeit)

Allein die Hälfte der angebotenen Maßnahmen im Bereich der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald sind den Themenbereichen „Eltern- und Familienbildung“ (Anteil 26,4 Prozent am Gesamtprogramm) und „Theologie, Religion“ (24,0 Prozent) zuzuordnen.[11] Relativ hoch ist der Anteil von Veranstaltungen zu „Zeitgeschehen, Politik“ mit 4,6 Prozent (auf Landesebene 2,2 Prozent). Das vielfach eingebrachte Argument für die angebliche Überflüssigkeit der Evangelischen Kreisbildungswerke („Übergebt die Arbeit doch den Volkshochschulen!“) verkennt die völlig unterschiedliche und weitgehend konkurrenzfreie Programmstruktur beider Träger. Der Schwerpunkt der VHS liegt in den Themenbereichen „Sprachen“ (Anteil von 35,7 Prozent am VHS-Gesamtprogramm auf der Basis von Bildungseinheiten), und Gesundheit (23,8 Prozent). Besonderheiten der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald sind die seit 1980 angebotenen Wochenendseminare für Konfirmandeneltern, die sich ungebrochen großer Beliebtheit erfreuen. Pro Jahr nehmen mehr als 30 Mütter teil. Die früher übliche Trennung nach Kirchenbezirken kann nicht mehr aufrechterhalten werden. Aus den Seminaren ist eine Handreichung entstanden, die mit mindestens 1.000 Exemplaren auch außerhalb der beteiligten Kirchenbezirke Verbreitung gefunden hat. Dem Verdienst von Heinz Dauner, dem langjährigen Vorgänger des jetzigen Geschäftsführers (1978 bis 1993), ist es auch zu verdanken, dass mit der „Nachmittagsakademie Calw“ 1988 ein inzwischen weit über die Grenzen des Kirchenbezirks bekanntes Angebot entwickelt wurde, dass ein kontinuierliches, von einem Beirat begleitetes und verantwortetes Programm zu Sinn- und Lebensfragen speziell der älteren Generation umfasst und sich inhaltlich und methodisch von den traditionellen Seniorenkreisen unterscheidet, zu denen entsprechende Angebote weder in Konkurrenz treten können noch wollen. Heinz Dauner engagierte sich unter seelsorgerischen Gesichtspunkten auch für die Einrichtung von Gesprächsgruppen für Trauernde. Dabei fand er in der Pfarrerschaft nur wenig Unterstützung. Entsprechende Angebote blieben nach einigen Vorstößen auf monatliche Treffen von „Eltern, die um ein Kind trauern“ begrenzt. Diese Gruppe wird derzeit mit persönlicher Unterstützung des Geschäftsführers (KO-Leitung) weitgehend von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diakonischen Bezirksstelle Nagold betreut.

Evangelische Erwachsenenbildung
ein Dienstleistungsunternahmen mit Standard und Problemen - prägt und wird geprägt vom Geist der Ökumene

Als Standard hat sich bei allen Maßnahmen, die in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Kreisbildungswerk stattfinden, neben der Durchführung die gemeinsame Absprache mit den Verantwortlichen (z.B. einer Arbeitsgruppe aus der Kirchengemeinde) über Ziel, Inhalt und Auswahl von Themen und Referierenden, der Entwurf und die Erstellung von Faltblättern und Plakaten, die Zielgruppenansprache, die vor- und nachbereitende Pressearbeit herausgebildet. Ein besonders schwieriges Kapitel ist die Frage der Gewinnung und Begleitung von ehrenamtlich Mitarbeitenden in den Kirchengemeinden. Es ist zu beobachten, dass zunehmend ein Team anstelle von Einzelpersonen die Aufgaben der Vorbereitung und Durchführung von Angeboten für ständige Gruppen und Kreise wahrnimmt. Teams bieten den Vorteil einer besseren Verteilung der Funktionen, besitzen aber einen geringeren Grad an Verbindlichkeit, der sich in einer relativ hohen Fluktuation der Mitarbeiter auswirkt. Die Mitarbeitenden haben einen berechtigten Anspruch auf Fortbildung und auf Erfahrungsaustausch, dem die Evangelische Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald bezirksübergreifend durch drei Studientage pro Jahr nachkommt, die jeweils schwerpunktmäßig methodischen, thematischen bzw. theologischen Fragestellungen gewidmet sind. Es wird aus Mitteln des Veranstalters eine Fahrtkostenerstattung angeboten. Für die Leiterinnen von Mutter-Vater-Kind-Gruppen wurden in den Kirchenbezirken Calw und Nagold ständige Treffen (etwa fünfmal pro Jahr) mit festen Ansprechpartnerinnen eingerichtet. Es besteht eine gute und enge Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Kreis Calw e.V., das sich in vielfältigen gemeinsamen Maßnahmen nicht nur im Rahmen der ökumenischen Initiativen ausdrückt. Auch in der Begleitung der Kurpfarrer und Kurseelsorger (zweimalige Treffen pro Jahr auf Initiative des Kreisbildungswerks) ergeben sich wertvolle gegenseitige Bereicherungen für die tägliche Arbeit. Derzeit wird eine gemeinsame Referentinnen-/Referentenliste erstellt als Handreichung für alle in der kirchlichen Bildungsarbeit engagierten haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden im Enzkreis und den Landkreisen Calw und Böblingen.

Evangelische Erwachsenenbildung - Forum und Faktor?

Wichtigstes Ziel für die folgenden Jahre wird sein, die sich aus den wirtschaftlichen, sozialen Veränderungen ergebenden ethischen Fragestellungen vor lokalem Hintergrund zu diskutieren. Dabei kann auf den guten Erfahrungen und den Kontakten zu angesehenen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgebaut werden, die sich im Bereich der Evangelischen Erwachsenenbildung auch persönlich engagiert haben (Landrat Hans-Werner Köblitz, Oberbürgermeister Dr. Rainer Prewo, Nagold u.a ). Vor allem den engagierten Mitgliedern des Vorstands, in besonderer Weise aber dem Vorsitzenden Reinhard Zimmerling (als Schuldekan mit gleichem Aktionsradius bestens mit den Gegebenheit vor Ort vertraut) und der stellvertretenden Vorsitzenden Friedhilde Dieterich mit ihrem langjährigen Engagement in der kirchlichen Frauen, Familien- und Sozialarbeit (u.a. Stadträtin der Stadt Calw und Kreisrätin im Kreis Calw, zwischenzeitlich wohnt sie in Tübingen und ist nicht mehr im Bildungswerk engagiert) sind diese Erfolge zu verdanken. Das Bildungswerk ist vor diesem Hintergrund in besonderer Weise befähigt, kirchliche Anliegen in die gesellschaftliche Diskussion und umgekehrt gesellschaftliche Fragestellungen in die innerkirchliche Diskussion einzubringen. Eine solche Beteiligung und weitergehendes Engagement setzt jedoch einen Grundkonsens über den Stellenwert der Evangelischen Erwachsenenbildung als Forum und Faktor der Kirche und in der Kirche voraus, der nicht von Versuchen begleitet werden darf, die Funktionsfähigkeit der Einrichtung in Frage zu stellen. Als ausgesprochene Wachstumsbranche innerhalb der kirchlichen Arbeitsfelder mit einer offenen Türe für von der Kirche ansonsten schwer erreichbare Zielgruppen hat die Evangelische Erwachsenenbildung Anspruch auf eine besondere Förderung - dies vor allem und gerade in Zeiten, in denen der Staat seit 1994 kontinuierlich die Förderung des Sektors zurücknimmt. Womit der Aspekt Vater Staat - Mutter Kirche eine besondere Bedeutung gewinnt.

Der Visitationsbericht von Prälat Prof. Dr. Christian Rose im Jahr 2012 bezüglich der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Neuenbürg steht hier zum Download zur Verfügung.

[1] Günter Pfeiffer (Hrsg.), „Der Kreis Calw“, Stuttgart, 1979
[2] Nach Bernd Theoboldt, „Leben und Arbeiten in der Region Nordschwarzwald, DGB-Projekt 1995/96, Pforzheim, Dezember 1996
[3] Bernd Theoboldt, s.o.
[4] Karl Frey, „Die Kirchen und ihr Dienst an der Gesellschaft“ in: Günter Pfeiffer, s.o.
[5] Formulierung anlässlich eines Kurses für ehrenamtliche Mitarbeitende der kirchlichen Altenarbeit in Mosbach-Neckarelz im Juni 1994
[6] Kirchenrechtliche Vereinbarung der Kirchenbezirke Calw, Nagold und Neuenbürg über die Satzung der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald vom 31.12.1995, § 3 Aufgabe, Abschnitt 2. a)
[7] Daten entnommen „Kirchliches Adressbuch“ mit Stand vom Februar 2005
[10] statische Angaben entsprechend den Erhebungen der Evangelischen Erwachsenenbildung nördlicher Schwarzwald

Anzahl der Unterrichtseinheiten


KB Calw

KB Nagold

KB Neuenbürg

UE´s gesamt

Anzahl der
Teilnehmer

Anzahl der
Veranstaltungen

1989

880

292

684

1856

33185

1023

1995

2472

2133

2235

6840

45469

1677

2005

5196

4324

3781

13301

57851

2215

 2010 4581 4375 4159 13591 55328 1970

[11] zum Vergleich: im Bereich der EAEW liegt der Anteil bei 39,3 bzw. 9 Prozent. Auffallend ist, dass im Kirchenbezirk Neuenbürg der Anteil der Eltern- und Familienbildung (32,6 Prozent) überproportional hoch und „Theologie, Religion“ (18,3 Prozent) noch vom Bereich „Kreatives Gestalten“ (20,7 Prozent) übetroffen wird.
 
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